Ein Dōjō ist nicht dazu da, den Starken Bequemlichkeit zu bieten.
Es ist dazu da, die Unerprobten zu verwandeln. Hatsumi Sōke erinnert uns daran, dass jeder Krieger am Rande unbekannter Gewässer beginnt und in Tiefen blickt, die er noch nicht befahren kann. Diejenigen, die „nicht schwimmen können“, sind nicht die Schwächsten, sondern einfach diejenigen, die an der Schwelle zur Verwandlung stehen.
Im Budō bedeutet das Betreten des Dōjō, in dieses Becken zu steigen. Der Schock des ersten Sturzes. Der Atem, der in der Brust stockt. Die Panik, bevor die Technik zum Instinkt wird. Hier beginnt das Training erst wirklich. Nicht in der Meisterschaft, sondern im Überleben. Nicht im Selbstvertrauen, sondern in der Demut.
Ein guter Lehrer wirft seine Schüler nicht ins tiefe Wasser, damit sie ertrinken. Er lehrt sie, wie man unter Wasser atmet. Wie man sich durch die Angst bewegt. Wie man sich vom Wasser formen lässt, anstatt von ihm verschluckt zu werden.
Denn eines Tages werden diejenigen, die einst darum kämpften, sich über Wasser zu halten, mühelos durch das Chaos gleiten. Sie werden sich durch Konflikte bewegen wie Strömungen, ungebrochen und fließend. Sie werden zu Beispielen dafür, was geschieht, wenn ein Mensch sich weigert, vor dem Unbekannten zurückzuweichen.
Das Dōjō ist das Becken. Das Training ist das Wasser. Und jeder Krieger beginnt damit, nicht zu lernen, wie man es beherrscht, sondern wie man sich darin erhebt.
Soke Masaaki Hatsumi